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Motto des Monats

Wir gehen langsam und leise über den Flur.
 

 

 

 

    

Zwischen Januar und Oktober 2013 hat die Stadt Münster 520 Flüchtlinge aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 22 Prozent mehr. Die Stadt rechnet auch in den kommenden Jahren mit steigenden Zahlen, weil immer mehr Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, Afghanistan und Russland, nach Deutschland kommen.

Auch an der Pötterhoekschule ist die Zahl der Kinder, die mit einer anderen Muttersprache aufwachsen, in den letzten Jahren prozentual gestiegen.

Die Flüchtlinge wohnen nach ihrer Ankunft in Münster in städtischen Wohnheimen. Eines dieser Flüchtlingswohnheime befindet sich in der Nähe der Pötterhoekschule, im Hoppengarten. Viele Kinder aus dieser Einrichtung besuchen die Pötterhoekschule.

Diese Kinder lernen Deutsch als Zweitsprache kennen. Zu Hause und im Verwandten- und Bekanntenkreis, aber auch im Wohnbereich dieser Familien spielt die deutsche Sprache eine der jeweiligen Muttersprache untergeordnete Rolle. Kontakte zu deutschen Familien sind selten.

Für den Erfolg im Unterricht und eine gelungene Integration ist die Beherrschung der deutschen Sprache notwendig. Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten, besitzt daher an der Schule einen großen Stellenwert. Dieser Unterricht wird an der Pötterhoekschule als Förderunterricht angeboten (DaZ: Deutsch als Zweitsprache).

DaZ-Fördergruppen werden zusätzlich zum Unterricht des Klassenverbandes gebildet, in denen Kinder in Kleingruppen gefördert und unterstützt werden. Je nach Alter der Kinder, Sprachstand und Jahrgangszugehörigkeit werden die Inhalte der Förderung bestimmt durch Unterrichtsthemen des Klassenverbandes, die einer ergänzenden Behandlung bedürfen, durch ergänzende bzw. unterstützende Materialien zu den Schülerbüchern.

Innerhalb der Schuleingangsphase werden nach der Kennenlernphase in der DaZ-Förderung Themenbereiche wie „Meine Familie, meine Freunde und mein Zuhause“ aufgegriffen. Weitere Themenbereiche, die in der Regel bearbeitet werden, sind: "In der Schule", "Auf dem Schulhof", "Miteinander leben", "Mein Körper", "Kleidung", "Tiere", "Verkehr", "Einkaufen im Supermarkt", "In meiner Stadt".

Die DaZ-Förderung ist für die Kinder mit Herkunftsgeschichte von besonderer, langfristiger Bedeutung. Deshalb wird der DaZ- Förderunterricht auch in den dritten und vierten Jahrgängen fortgesetzt.

Die Bearbeitung der verschiedenen Themenbereiche wird möglichst abwechslungsreich und praktisch gestaltet. Dabei werden neben der Initiierung unterschiedlichster Sprachanlässe folgende Methoden und Materialien benutzt: Poster, Bildkarten, Lieder, Fingerspiele, Bilderbücher, Computer und Geschichten. Diese vielfältigen Materialien werden aus verschiedenen DaZ-Boxen entnommen. Das Vorlesen von kleinen Geschichten durch den DaZ-Lehrer, das Zuhören und Nacherzählen der Kinder sind ebenfalls wichtige Bestandteile des Förderunterrichts.

Im DaZ-Förderunterricht soll die Freude der Kinder an der deutschen Sprache geweckt werden. Sie werden angeregt, treffende Verben zu nutzen, Dinge richtig zu benennen, Wörter und Reime nachzusprechen und später auch Sätze zu bilden.

Nach und nach vergrößert sich der passive wie der aktive Wortschatz der Kinder. So kann die DaZ-Förderung motivierte Teilnahme der Kinder am Unterricht aller Lernbereiche und Fächer vorbereiten und verbessern. Insgesamt soll der DaZ-Unterricht die Kinder zum Lernen der Sprache motivieren, individuelles Lernen ermöglichen und Anlässe zur mündlichen und später auch schriftlichen Kommunikation schaffen.

Vorrangige Ziele des DaZ Unterrichts sind

  • Interesse und Freude an Sprachen wecken
  • Gleichwertigkeit von Sprachen und Kulturen bewusst machen
  • erweiterte Möglichkeiten der Kommunikation erproben
  • Erscheinungsformen der Muttersprache besser erkennen
  • mit der Muttersprache differenzierter umgehen
  • zum gegenseitigen Verstehen erziehen
  • Ängste vor dem Fremden oder Andersartigen abbauen
  • Vorurteile oder ethnozentrische Denkweisen abbauen

Von besonderer Bedeutung sind eine enge Zusammenarbeit und konkrete und regelmäßige Absprachen mit den Lehrkräften, die den Regelunterricht erteilen. Das Thema DaZ-Förderunterricht ist regelmäßig Besprechungspunkt auf Fach- und Gesamtkonferenzen. Im Kollegium nehmen zwei Kolleginnen regelmäßig an DaZ-Fortbildungen teil.

Die entsprechenden Eltern werden über Sprachfördermaßnahmen umfassend informiert und über geeignete häusliche Fördermöglichkeiten beraten.

Literatur

 

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