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Motto des Monats

Wir gehen langsam und leise über den Flur.
 

 

 

 

    

„Inklusion bedeutet die aktive Umsetzung von Werten zur Überwindung aller Formen von Ausgrenzung.“ (Booth, 2008)

Seit 2009 ist die Verpflichtung zur schrittweisen, inklusiven Beschulung durch die UN-Konvention vorgegeben, in der es in dem Artikel zur Bildung lautet:

Die Vertragsstaaten erkennen das Recht behinderter Menschen auf Bildung an. Um die Verwirklichung dieses Rechts ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu erreichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslange Fortbildung.“ (UN-Konvention 2009)

Eine Schule, die den inklusiven Gedanken verfolgt, zeichnet sich darin aus, dass sie eine Schule für alle ist. Die Heterogenität der Kinder wird in dieser Pädagogik als normal angesehen und in den Mittelpunkt gestellt.


 „Es ist normal verschieden zu sein.“
(Weizsäcker, Eröffnungsveranstaltung der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte, 1. Juli 1993)


Die Vielfalt wird somit in dem schulischen System gebündelt. Sie zielt darauf die Teilhabe und den Erfolg aller Kinder am Unterricht zu stärken.
Es werden Bedingungen geschaffen, dass Herkunft, Interessen, Erfahrungen, Fähigkeiten und das Wissen aller Kinder wahrgenommen und anerkannt werden und dieses auch in der Schule gelebt wird. Inklusion geht es demnach darum, alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Schülerinnen und Schüler auf ein Minimum zu reduzieren (vgl. Index für Inklusion; 2003, S. 11).
Somit ist es die Aufgabe jedes Kind in das Schulleben zu integrieren und es individuell zu fördern und fordern. Dadurch werden die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse der Kinder vertieft und erweitert.
Inklusion in Erziehung und Bildung bedeutet...

  • die gleiche Wertschätzung aller Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • die Steigerung der Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule,
  • die Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen, so dass sie besser auf die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler ihres Umfeldes eingehen,
  • den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen  wird,
  • die Anregung durch Projekte, die Barrieren für Zugang und Teilhabe bestimmter Schülerinnen und Schüler überwinden und mit denen Veränderungen zum Wohl vieler Kinder bewirkt werden konnten,
  • die Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern Chancen für das gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gelten,
  • die Anerkennung, dass alle Schülerinnen und Schüler ein Recht auf wohnortnahe Bildung und Erziehung haben,
  • die Verbesserung von Schulen nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für alle anderen Beteiligten,
  • die Betonung der Bedeutung von Schulen dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu entwickeln und Leistungen zu steigern,
  • den Auf- und Ausbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Schulen und Gemeinden,
  • den Anspruch, dass Inklusion in Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der Gesellschaft ist.

      (Index für Inklusion; 2003; S.10)

Damit der inklusive Gedanke an einer Schule verankert und gelebt werden kann, sind nach dem Index für Inklusion die drei Dimensionen „Inklusive Kulturen schaffen“, „Inklusive Strukturen etablieren“ und  „Inklusive Praktiken entwickeln“ wichtig. Der Begriff „Inklusive Kulturen schaffen“ ist die Grundlage für den Index und damit für den inklusiven Prozess. Ähnlich wie bei einem Haus, bildet es das Fundament. Nur durch dieses kann der Inklusionsprozess Bestand haben. Diese Dimension bedeutet, dass eine wertschätzende, akzeptierende, sichere, anregende und kooperative Gemeinschaft aufgebaut wird. Es sollen gemeinsame inklusive Werte
entwickelt und an alle Mitglieder der Schulgemeinde vermittelt werden.
„Inklusive Strukturen etablieren“ zielt darauf ab, dass Inklusion das Leitbild aller Strukturen der Schule durchdringt, indem sie eine „Schule für alle“ anstrebt. Dabei macht sich diese Dimension zum Ziel, dass jedes Kind einmalig ist, mögliche Marginalisierung aufgehoben wird und jedem Kind die Chance gegeben wird, mit anderen Kindern gemeinsam lernen zu dürfen.
Die letzte Dimension „Inklusive Praktiken entwickeln“ spiegelt die Kulturen und Strukturen in ihrem inklusiven Bemühen wieder, so dass Lernen und Unterricht ressourcenorientiert stattfinden kann. (vgl. Index für Inklusion; 2003, S. 15f.)

Die Pötterhoekschule ist eine Schule für ALLE Kinder.
Mit Beginn des  Schuljahres 2012 / 2013 hat sich die Pötterhoekschule auf den Weg zu einer inklusiven Schule gemacht mit dem Ziel auf lange Sicht ein Konzept zu entwickeln, welches den inklusiven Leitgedanken verfolgt.
Der Weg hin zu einer inklusiven Schule entstand aus mehreren intrinsischen Motivationen. Bereits im Offenen Ganztag wurden von Beginn an Schülerinnen und Schüler der Pötterhoekschule wie auch der Erich-Kästner-Schule, einer Förderschule mit Schwerpunkt Sprache, betreut. Alle Kinder spielen und lernen in der Lernzeit gemeinsam. Die Verschiedenheit aller wurde hier von Anfang an als normal gesehen. Zudem teilte das Team der Pötterhoekschule die pädagogischen Ansichten, die durch die Inklusion vertreten werden. Die Eltern der Schule identifizierten sich von Beginn an mit dem inklusiven Gedanken und haben darüber einstimmig einen Beschluss in der Schulkonferenz gefasst.
Somit ist das inklusive Schulsystem eine neu geschaffene Möglichkeit, die bisherigen Ansätze inklusiven Denkens und Handelns der Pötterhoekschule in ein neues pädagogisches Konzept zu bringen.

Eine inklusive Schule ist eine Schule in Bewegung. Die Pötterhoekschule arbeitet stetig an der Verfolgung des inklusiven Leitgedankens und ist somit auf dem Weg zu einer inklusiven Schulkultur.
Das Konzept kann dabei nicht nur von einer Seite getragen werden, sondern entsteht in der Arbeit aller. Dabei ist es wichtig auf den bisherigen Stand der Schule aufzubauen, diesen zu erweitern und evtl. aber auch etwas zu verändern.
Inklusion ist demnach nicht statisch, sondern ein Prozess, der vielleicht einen Anfang hat, auch noch eine Zielrichtung, aber kein Ende. Dieser Prozess besteht aus vielen kleinen Schritten.
Das Team der Pötterhoekschule und des Offenen Ganztags pflegen eine wertschätzende Haltung allen Schülerinnen und Schülern gegenüber und begreifen die Vielfalt als Chance. Die Heterogenität wird an der Pötterhoekschule gelebt und erlebt, so dass mögliche Barrieren versucht werden auf ein Minimum zu reduzieren. Die pädagogische Arbeit orientiert sich an der Verschiedenheit der Kinder. Es wird ein Lern- und Lebensraum geschaffen, indem sich die Kinder als einen wichtigen Teil in diesem begreifen. Nicht die Kinder werden an das Schulsystem angepasst, sondern die Schule richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder und nutzt alle Ressourcen im Hinblick auf die Schülerinnen und Schüler.

Jedes Kind wird in seiner Gesamtpersönlichkeit gesehen und dort abgeholt, wo es steht. Der ressourcenorientierte Ansatz und die Individualisierung werden an der Pötterhoekschule als durchgängiges Prinzip für alle gesehen. Hierdurch werden die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstbewusstsein wie auch in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt, welches u.a. das Fundament für ein erfolgreiches Lernen bildet (siehe auch „Haus des Lernens“).

Der inklusive Unterricht an der Pötterhoekschule erfolgt nach dem Motto:
„So viel innere Differenzierung wie möglich, so wenig äußere Differenzierung wie nötig.“
Er ist so konzipiert, dass Unterrichtsinhalte zielgleich und –different vermittelt werden.
Dieser Unterricht hat zur Aufgabe, dass die Schülerinnen und Schüler in Anlehnung an die allgemeinen Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule unterrichtet und bewertet werden. Kinder mit den Förderschwerpunkten Sprache, sozial- emotionale Entwicklung, Sehen, körperliche und motorische Entwicklung werden ebenfalls zielgleich unterrichtet.

Zieldifferent unterrichtet werden Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen oder Geistige Entwicklung. Das zieldifferente Unterrichten besteht darin, dass Kinder ihrem Leistungsstand und -niveau entsprechend differenziertes Unterrichtsmaterial und individuelle Fördermaterialien erhalten. Hierdurch wird ein individuell an die Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler angepasstes Lernen ermöglicht. Grundlage für ein zieldifferentes Arbeiten sind die Richtlinien und Lehrpläne der entsprechenden Förderschulform.
Besondere Unterstützung erhalten Kinder mit Förderschwerpunkten durch eine Sonderpädagogin bzw. einen Sonderpädagogen, die im Team mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen arbeiten.

Zu unterstreichen ist, dass die individuelle Förderung nicht ausschließlich nur auf einen möglichen sonderpädagogischen Förderbedarf ausgerichtet ist, sondern den Blick auf die Vielfalt (sozialer Hintergrund, Migrationshintergrund, Kognition, Kultur, Sprache…) lenkt. Die Förderung an der Pötterhoekschule basiert auf der Grundlage die Stärken der Kinder zu stärken, um damit die Schwächen zu schwächen. Diese Förderung beinhaltet eine durch im Einzelfall einhergehende prozessorientierte Förderdiagnostik (Kind-Umfeld-Analyse, Unterricht, Diagnostik, Förderpläne und Förderung).

„Der Weg auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Weg auf dem die Starken sich vervollkommnen“ (M. Montessori)

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